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41061 Mönchengladbach
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Vor der Operation
haben Sie noch einmal die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch mit uns. Wir werden uns davon überzeugen, ob Sie die Nüchternheitsregeln eingehalten haben:
Erwachsene und Schulkinder dürfen bis zu 6 Stunden vor dem geplanten OP-Termin noch "Leichte Kost" essen, bis zu 2 Stunden vorher noch 1-2 Gläser klare Flüssigkeiten( Wasser, Tee, Kaffee, klarer Saft) zu sich nehmen, aber ohne Fett(Milch). Nikotin, Kaugummis oder Bonbons dürfen Sie nur bis zu 6 Stunden vor dem Eingriff genießen. Medikamente dürfen Sie bis 1 Stunde vor OP mit wenig Wasser schlucken.
Warum ist dies so wichtig?
Während der Narkose befinden Sie sich in einem Zustand tiefer Bewusstlosigkeit, das heißt auch alle Schutzreflexe sind ausgeschaltet. Somit besteht die Gefahr, dass Mageninhalt in den Rachen gelangt, eingeatmet wird und eine unter Umständen lebensbedrohliche Lungenentzündung hervorruft. Diese Gefahr ist umso größer, je größer der Mageninhalt ist. Halten Sie sich deshalb zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt an die angegebenen Zeiten. Sie können so die Wahrscheinlichkeit, dass diese Komplikation auftritt, deutlich reduzieren. Wir halten dies für so wichtig, dass wir bei Nichteinhaltung der Nüchternheitsgrenzen bei aufschiebbaren Eingriffen keine Narkose durchführen.
Wenn diese und andere Fragen geklärt sind, beginnen wir mit der Vorbereitung der Narkose. Wir überwachen Ihre Herztätigkeit und messen Ihren Blutdruck. Als nächstes legen wir eine dünne Infusionsnadel an Handrücken, Unterarm oder Ellenbeuge. Ein Fühler an Ihrem Finger zeigt uns, wieviel Sauerstoff in Ihrem Blut ist.
Jetzt beginnt die Narkose durch Einspritzen von verschiedenen Medikamenten in die liegende Nadel. Wenn Sie eine Gesichtsmaske vorgehalten bekommen, dann nur, um Ihnen vor dem Einschlafen mehr Sauerstoff zuzuführen. Kurz nach dem Einspritzen werden Ihre Augen schwer, die Stimmen im Raum hören sich komisch an, manchmal dreht sich alles wie im Karussell und innerhalb von 30 Sekunden sind Sie eingeschlafen.
Nun müssen wir Ihre Atemwege sichern. Bei kürzeren Eingriffen erfolgt dies mittels einer Gesichtsmaske, die mit leichtem Druck auf das Gesicht über Mund und Nase aufgesetzt wird. Bei längeren Eingriffen verwenden wir meist eine Kehlkopfmaske (Larynxmaske), das ist eine weiche Maske, die sich oberhalb des Kehlkopfs aufbläst. In einigen Fällen ist es (operations- oder lagerungsbedingt) notwendig, zur Sicherung der Atemwege einen dünnen Plastikschlauch (Tubus) in die Luftröhre vorzuschieben (endotracheale Intubation). Selbstverständlich bekommen Sie von den genannten Prozeduren nichts mehr mit, da Sie zu diesem Zeitpunkt schon tief und fest schlafen! Als nächstes verbinden wir Maske oder Tubus mit dem Narkosegerät und schließen ggf. noch weitere Überwachungsgeräte an. Die Lagerung auf dem Operationstisch wird gemeinsam mit dem Operateur überprüft, damit empfindliche Nerven unter der Haut möglichst nicht durch Druck geschädigt werden. Schließlich überzeugen wir uns nochmals von der ausreichenden Narkosetiefe und geben Sie zur Operation frei. Der Operateur kann mit seiner Arbeit beginnen.
Während der Operation
weichen wir nicht von Ihrer Seite! Wir überprüfen ständig Ihre Herz-/Kreislauffunktion, Ihre Atmung und andere Messwerte, die von den Überwachungsgeräten ermittelt und auf den Monitoren angezeigt werden. Über das Narkosegerät werden kontinuierlich Sauerstoff, ggf. Lachgas und spezielle Narkosegase zugeführt. Lachgas dient zur Verstärkung der anderen Betäubungsmittel und ist ein ausgezeichnetes Schmerzmittel. Das intravenöse Schlafmittel und Schmerzmittel wird ebenfalls kontinuierlich von einer Spritzenpumpe über die Infusionsnadel in Ihren Körper gepumpt.
Sollten wir irgendwelche Unregelmäßigkeiten in Ihren Körperfunktionen entdecken, können wir mit äußerst wirksamen Medikamenten gegensteuern und somit das Auftreten von Komplikationen vermeiden oder bereits aufgetretene wirkungsvoll behandeln. Der gesamte Narkoseverlauf wird von uns im Protokoll festgehalten und dokumentiert.
Nach der Operation
wachen Sie noch im Operationssaal auf. Bereits gegen Ende der Operation wird die Zufuhr der Narkosemittel gestoppt. Sie beginnen nach und nach wieder zu atmen und Ihre Schutzreflexe kehren zurück. Jetzt wird der Beatmungsschlauch entfernt und Sie wachen wieder auf. Wir überzeugen uns von Ihrer ausreichenden Wachheit und der Stabilität Ihrer Körperfunktionen und übergeben Sie in den Aufwachraum. Dort bleiben Sie noch, abhängig von Art und Dauer des Eingriffs, etwa für zwei Stunden unter Überwachung. Von wenigen operationsbedingten Ausnahmen abgesehen dürfen Sie nach einer halben Stunde bereits wieder kleine Mengen trinken. Die Infusionsnadel wird erst kurz vor der Entlassung entfernt, um bei Bedarf noch Medikamente (z.B. Schmerzmittel) verabreichen zu können.
Die Art des Heimtransports (Krankentransport oder private Abholung) ist wiederum abhängig von der Art des Eingriffs und Ihrem Befinden. Bitte beachten Sie aber, dass Sie wegen der Narkose 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Das heißt, Sie dürfen selbst keine Fahrzeuge führen und öffentliche Verkehrsmittel nur in Begleitung benutzen.
Zu Hause dürfen Sie dann, wenn wir oder der Operateur es nicht ausdrücklich verboten haben, wieder leichte Mahlzeiten zu sich nehmen. Stellen Sie bitte sicher, dass Sie von einer erwachsenen Person erwartet werden, die Sie in den ersten 24 Stunden betreuen kann. Sie sollten in dieser Zeit keinen Alkohol trinken und keine wichtigen Entscheidungen treffen. Es sind immer noch Spuren der Narkosemittel in Ihrem Körper, auch wenn Sie davon nichts merken.